Der Ärzteverband Marburger Bund (MB) erklärt sich mit den Zielen der morgigen Protestveranstaltung „Tag der Ärzte“ solidarisch.
„Viele der massiven Probleme im Gesundheitswesen sind auf politische Fehlentscheidungen zurückzuführen.“, sagte der 1. Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. An erster Stelle nennt er die jahrelange Budgetierung der Gesundheitsausgaben, die immer mehr Rationierung von medizinischen Leistungen verursacht und den Arztberuf deutlich erschwert habe.
Montgomery: „Eine hemmungslose Rot-Stift-Politik hat mit dazu beigetragen, dass der Beruf des Arztes vom Traumjob zum Jobtrauma wurde.“ Zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung müssten Krankenhausärzte Jahr für Jahr millionenfach unbezahlte Überstunden leisten. Auch die von der Politik mitverursachte Explosion bürokratischer Tätigkeiten trage zur Perspektivlosigkeit des Arztberufes bei. Mittlerweile vergeuden Klinikärzte im Schnitt rund 40 Prozent ihrer Arbeitszeit für patientenfernen Papierkrieg.
Resultat sei ein gravierender Attraktivitätsverlust für den Arztberuf, auf den die Mediziner mit einer zunehmenden Flucht in die Gesundheitsindustrie und ins Ausland reagierten, wo bessere Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten geboten würden. Zurück blieben zunehmend überlastete und demotivierte Ärzte und immer unzufriedenere Patienten.
Der Marburger Bund forderte die neue Bundesregierung auf, die Mentalität purer Kostendämpfung bei der nächsten Gesundheitsreform zu überwinden und politische Lösungen zu finden, die die Qualität der Patientenversorgung sicherstellen und den Arztberuf wieder attraktiv gestalten.
(Quelle: Marburger Bund, 17.01.2006)
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