Die Kritik der Ärztinnen und Ärzte an der Gesundheitspolitik der Bundesregierung wird lauter. Nachdem Klinikärztinnen und -ärzte in vielen Teilen Deutschlands gestreikt haben, machen nun auch die Vertragsärzte mobil. Wie ihre Kolleginnen und Kollegen im stationären Bereich fordern sie vor allem einen radikalen Bürokratieabbau, mehr Patientenorientierung und eine gerechtere Honorarpolitik.
So würden immer mehr ambulante Leistungen gar nicht oder nicht kostendeckend vergütet. „Das Ende des Budgets rückt immer früher im Quartal näher“, sagte Dr. H. Hellmut Koch, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) Mitte Januar in München. Daher unterstützt die BLÄK die am 18. Januar geplante Protestaktion niedergelassener Ärztinnen und Ärzte: „Wir sind solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen“, sagte Bayerns Ärzte-Chef. Niedergelassene Ärzte erbrächten Leistungen für Millionen von Euro, die von den Krankenkassen nicht bezahlt würden. „Tag für Tag müssen sich die Ärzte mit bürokratischen Anforderungen auseinandersetzen, die ihnen der Staat auferlegt hat. Und dann sollen sie auch noch finanziell dafür bestraft werden, dass sie ihren Patientinnen und Patienten notwendige und zweckmäßige Arzneimittel ausreichend verordnen. Das muss selbst den Gutmütigsten auf die Barrikaden treiben“, so Koch wörtlich.
Zahlreiche Ärzteverbände solidarisieren sich mit den protestierenden Ärztinnen und Ärzten. Für den 18. Januar haben die freien Verbände und die großen Fachverbände der Ärzteschaft zu einem „Tag der Ärzte“ aufgerufen, der von der Ärzte-Union organisiert ist. Die zentrale Kundgebung, an der auch BLÄK-Vizepräsident Dr. Max Kaplan sprechen wird, findet am 18. Januar 2006, um 11.00 Uhr auf dem Münchner Marienplatz statt.
(Quelle: Landesärztekammer Bayern, 16.01.2006)
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