Die Tarifgemeinschaft der Länder hat Verhandlungsbereitschaft im Konflikt mit den Ärzten
signalisiert. Ihr Vorsitzender, der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), hat die Gewerkschaften nach tagelangen Protesten der Mediziner zu Verhandlungen aufgefordert. Die Länder seien bereit, über Fragen bezüglich der Arbeitszeiten zu verhandeln. Die Proteste für bessere Arbeitsbedingungen der Ärzte seien ein voller Erfolg gewesen, so der Vorsitzende des Marburger Bundes Frank Ulrich Montgomery. Ziel ist es die Bundesregierung und die
Länder zum Abschluss eines eigenen Tarifvertrages für Ärzte zu zwingen, der internationalen
Vergleichen standhält!
Der seit mehr als 30 Jahren der erste Ärztestreik in Hessen begann bei strahlendem Sonnenschein mit aufsteigenden Luftballons, die sich wie unzählige unbezahlte Überstunden in Luft auflösten. Die Ärztinnen und Ärzte der Universitätskliniken demonstrierten in den Innenstädten von Frankfurt, Giessen, Marburg und Wiesbaden. Diese waren begleitet von vielen Sympathiebekundungen und Zustimmungen der Passanten.
Alle bisherigen Versuche, in Gesprächen, Artikeln, Berichten auf die immer unerträglicher werdenden Arbeitsbedingungen hinzuweisen, hatten bisher zu keinem Erfolg geführt. Die fachärztlichen Berufsverbände, allen voran die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, beklagen
seit geraumer Zeit den fehlenden ärztlichen Nachwuchs und die sich entwickelnde kritische Situation der Patientenversorgung. Damit dies nicht so bleibt, ist eine Änderung der Arbeitszeiten zwingend erforderlich. Zudem müssten die Arbeitsverträge der Assistenzärzte verlängert werden, um die Facharztweiterbildung an einem Stück, aber auch, um eine Lebensplanung für mehrere Jahre zu ermöglichen.
Denn, um diesen Missständen auszuweichen und der zunehmenden Bürokratisierung der Patientenbetreuung zu entgehen, tragen sich immer mehr ärztliche KollegInnen mit dem Gedanken, im Ausland tätig zu werden. Dies zeigt, dass die Anträge für ein "Certificate of Good Standing" sprunghaft zugenommen haben.
So werden die wichtigsten Fragen der nächsten Wochen bleiben: Wie wird die Politik reagieren? Welche Auswirkungen wird der neue Tarifvertrag für die Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Dienst haben? Werden weitere Demonstrationen erforderlich sein, um auch zukünftig eine risikoarme und flächendeckende Patientenbetreuung gewährleisten zu können?
(Quelle: Landesärztekammer Hessen, 09.08.2005)
Für Ärzte gibt es weltweilt Jobangebote:
Hier finden Sie Aktuelle Stellenangbote für Ärzte...
Hier können Sie in wenigen, einfachen Schritten eine neue Stellenanzeige aufgeben:
Sie sind schon Kunde bei uns? Dann gelangen Sie hier zu Ihrem Kundenbereich, um ihre Anzeigen zu verwalten oder sich als Arzt zu registrieren.