Unterstützung für junge Krebsforscher in Deutschland
20 junge Krebsforscher aus der ganzen Bundesrepublik trafen sich vom 28. Februar bis zum 1. März 2005 in Bonn, um im Rahmen eines Nachwuchswissenschaftlertreffens der Deutschen Krebshilfe über ihre Zukunftsperspektiven zu diskutieren. „Die jungen Köpfe sind unser Kapital“, so Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorsitzender des Fachausschusses ‚Nachwuchsförderung’ und des Beirats ‚Krebshilfe-Organisationen’. Die Organisation ist der wichtigste private Geldgeber in der deutschen Krebsforschung und steuert ihre Nachwuchsförderung über einen im vergangenen Jahr neu eingerichteten Fachausschuss.
„Ohne die Unterstützung durch die Deutsche Krebshilfe wäre ich nach meiner Postdoktorandenzeit sicherlich in den USA geblieben“, so Dr. Ines Gütgemann, 36, von der Universität Bonn. Sie leitet eine Arbeitsgruppe, die im Bereich Leberkrebs forscht und im Rahmen des Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramms von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird. Ziel des Max-Eder-Programms ist es, engagierten jungen Ärzten nach einem Auslandsaufenthalt den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe an einer deutschen Universitätsklinik zu ermöglichen. Mit diesem Programm steuert die Organisation auch dem so genannten „Brain Drain“ entgegen, also dem Abwandern der besten Forscher aus Deutschland. Denn seit einigen Jahren zeichnet sich ab, dass durch die knappen öffentlichen Gelder immer mehr hoch qualifizierte Wissenschaftler in Deutschland keine adäquaten Entwicklungsmöglichkeiten mehr finden.
Aber auch für besonders ambitionierte Ärzte und Wissenschaftler, die sich nach ihrer Promotion in der Krebsforschung und -medizin spezialisieren möchten, hält die Deutsche Krebshilfe ein Förderprogramm bereit: das Mildred-Scheel-Stipendienprogramm. „Ich war für zwei Jahre in Bethesda/USA auf dem Gebiet der Tumorimmunologie tätig und habe Methoden erlernt, die in Deutschland noch nicht so verbreitet sind“, berichtet Dr. Matthias Grube, 34, der an die Universität Regensburg zurückgekehrt ist. Das Stipendienprogramm wurde bereits 1977 ins Leben gerufen und unterstützte bislang mehr als 440 junge Mediziner und Biologen.
„In unserem Fachausschuss ‚Nachwuchsförderung’ denken wir intensiv darüber nach, in welchen Bereichen weiterer Handlungsbedarf besteht“, erläutert Professor Wiestler. „Gerade für junge Frauen müssen wir mehr tun: Viele von ihnen haben eine sehr gute Ausbildung, können aber ärztliche/wissenschaftliche Fortentwicklung und Familiengründung nur schlecht vereinbaren.“ Die Deutsche Krebshilfe ist die erste Förderorganisation, die hier über konkrete Hilfsmöglichkeiten nachdenkt und derzeit ein entsprechendes Konzept erarbeitet.
Beim Nachwuchswissenschaftlertreffen in Bonn stand der Erfahrungsaustausch im Vordergrund: Auf den Feldern Immuntherapie, Gentherapie, Hämatologie und Signalübertragung diskutierten die jungen Experten angeregt mit führenden Meinungsbildnern der deutschen Forschungslandschaft. „Die Nachwuchsförderprogramme sind für uns eine einmalige Chance“, resümierte Dr. N. Malek, 36, aus Hannover. „Die Deutsche Krebshilfe ist für uns alle unverzichtbar.“ Die Organisation sieht die medizinisch/wissenschaftliche Nachwuchsförderung als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an, um weitere Verbesserungen in der Versorgung krebskranker Menschen zu erreichen. Sie finanziert all ihre Aktivitäten ausschließlich aus Spendengeldern engagierter Bürger.
(Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V., 01.03.2005)
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