Vor 18 Monaten hat die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) die informationstechnische (IT) Fortbildungszertifizierung gestartet. Dies um den Service rund um die ärztlichen Fortbildungen sowohl für Fortbildungs-Anbieter als auch für Ärztinnen und Ärzte zu optimieren. Ziel war es, durch moderne und flexible Technologie alle Fortbildungsmaßnahmen präzise und nur einmal zu erfassen, schnell zu bewerten und automatisiert weiter zu leiten.
Dazu hat die BLÄK das Verfahren so gestaltet, dass für die Ärzte, die Fortbildungsanbieter und die BLÄK unnötige und lästige Medienbrüche entfallen ebenso wie lange Wartezeiten und bürokratischer Papierkrieg. „Unser Anliegen war und ist es, dass Ärztinnen und Ärzte sich in dem Umfang beruflich fortbilden können wie es zur Erhaltung und Entwicklung der ärztlichen Kompetenz notwendig ist“, so Dr. H. Hellmut Koch, Präsident der BLÄK. Die IT-gestützte Fortbildungszertifizierung beinhaltet die Erfassung, Prüfung, Bewertung und Veröffentlichung der Fortbildungsmaßnahmen sowie die kontrollierte Erstellung und Versendung von Fortbildungszertifikaten an die Ärzte.
Vorteile
Ausgangspunkt des Prozesses ist der Fortbildungsanbieter. Dieser reicht seine Veranstaltung über Internet auf der Homepage der BLÄK ein. Die Daten werden an die BLÄK übermittelt und dort automatisiert in das EDV-System eingelesen. Die Veranstaltungen werden nach einem Check durch die BLÄK zertifiziert und zur Veröffentlichung an das Bayerische Ärzteblatt weitergegeben. Nun kann der Arzt sich - wie gewohnt - zu einer Veranstaltung seiner Wahl anmelden, die er sich zum Beispiel aus dem Internet oder dem Fortbildungskalender des Bayerischen Ärzteblattes ausgesucht hat. Mit der IT-Unterstützung ergeben sich große Vorteile für alle Beteiligten:
- der Arzt kann sich einen Überblick über alle geprüften Fortbildungsmaßnahmen in Bayern verschaffen
- der Fortbildungsanbieter erfasst seine Veranstaltungen komfortabel und ohne Zusatzsoftware im Internet
- Die BLÄK kann große Antragsmengen zeitnah bewältigen
- Bei der BLÄK entfallen Routinearbeiten zugunsten der Kernaufgaben, das Prüfen und Bewerten der Veranstaltungen.
Qualität
„Durch diese Entlastung konnte die Qualität gesteigert und gleichzeitig die Kosten reduziert werden“, so Koch weiter. Die Möglichkeit der Online-Antragsstellung von Fortbildungsmaßnahmen ist seit Juni 2003 in Bayern frei geschaltet. Im Jahr 2004 hat die BLÄK insgesamt knapp 22000 Fortbildungsveranstaltungen zum Freiwilligen Fortbildungszertifikat anerkannt, bei einer Tages-Teilnehmerzahl von über 610000 Ärztinnen und Ärzten. Diese Flut von Anträgen hätten die Mitarbeiter der BLÄK ohne EDV-Einsatz nicht zeitgerecht bewältigen können. Dabei sind die nächsten Schritte für das „webbasierte Sammeln und Verwalten“ der Fortbildungspunkte schon geplant: Fortbildungs-Punktekonto, Fortbildungs-Ausweis oder elektronische Punkte-Registrierung lauten hier die Stichpunkte.
Auf Grund der gesetzlichen Vorgaben im GKV-Modernisierungsgesetz und im Sozialgesetzbuch V, die die Pflicht der ärztlichen Fortbildung festschreiben, dürften sowohl die Anzahl der angebotenen Kurse als auch die Teilnehmerzahlen in Zukunft noch weiterhin ansteigen, was eine IT-Unterstützung zwingend erforderlich mache.
(Quelle: Landesärztekammer Bayern, 11.01.2005)
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