Probleme mit der Gesundheit hat, muss im Kreis Nordvorpommern weit laufen, um einen Arzt zu finden.
Wer Zum Stichtag 31. Dezember 2003 arbeiteten hier 231 Mediziner in Praxen und Krankenhäusern. Das heißt, im Schnitt kümmerte sich ein Arzt um 499 Einwohner. Der Landesdurchschnitt lag bei 286 Einwohnern pro Arzt. Das teilte jetzt das Statistische Landesamt mit. Im Laufe der letzten Jahre hat sich zumindest rein rechnerisch vieles verbessert, denn 1991 versorgte in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich ein Arzt 456 Einwohner, 1990 waren es noch 371. Doch zum Besten steht es auch heute bei weitem nicht, denn auf dem Lande muss man deutlich weitere Wege in Kauf nehmen, um zum nächsten Arzt zu gelangen. Während zum Beispiel in Greifswald jeweils 85 Einwohner je Arzt gezählt wurden, waren es im Kreis Nordwestmecklenburg 653. Zwischen diesen beiden Extremen schwankt die Ärztedichte.
Wobei zu beachten ist, sagt Angela Meyerink von der Kassenärztlichen Vereinigung, dass längst nicht alle Ärzte Patienten versorgen. Etliche arbeiteten im öffentlichen Gesundheitsdienst, im medizinischen Dienst der Krankenkassen oder in Reha-Kliniken. Daher seien die Wege im Krankheitsfall zum nächsten Arzt noch länger, als es die Zahlen Glauben machen. Die Kassenärztliche Vereinigung warnt, dass die Situation in M-V geprägt sei von „drohendem Ärztemangel in fast allen Fachgruppen, der Überalterung der Ärzteschaft und einem damit verbundenen Nachwuchsproblem“.
Von den rund 2500 Vertragsärzten seien 588 älter als 60 Jahre und stünden somit kurz vor dem Ruhestand. Im hausärztlichen Bereich fehlten 117 Ärzte. Durch Praxisschließungen von Augenärzten entstehen Versorgungsengpässe in Lübz, Warin, Bützow, Rostock und Greifswald. Zum Teil müssten Patienten bei Augenärzten, Orthopäden, Neurologen und Psychotherapeuten Wartezeiten von einem halben bis einem ganzen Jahr in Kauf nehmen.
Aussicht auf Besserung gebe es kaum, da der Arztberuf in den neuen Ländern wegen der starken Arbeitsüberlastung, des geringeren Einkommens und des niedrigen Freizeitwerts zunehmend unattraktiver werde. Im Kreis Nordvorpommern waren zum Stichtag im Dezember von den insgesamt 231 Ärzten 131 niedergelassene Mediziner. Davon wiederum waren 68 Allgemeinmediziner bzw. Praktische Ärzte und zwölf Frauenärzte.
(Quelle: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 22.11.2004)
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