Die Gesundheitsreform zeigt Wirkung. Nach Jahren hoher Defizite konnten die gesetzlichen Krankenkassen bundesweit im ersten Halbjahr 2004 mit rund 2,5 Milliarden Euro deutliche Überschüsse erwirtschaften. Die meisten Kassen haben deshalb zum Jahresende Beitragssenkungen angekündigt. In Berlin sind indes viele Kassen skeptisch.
Die Sprecherin der AOK Berlin tut sich mit einer eindeutigen Auskunft schwer. "Wir können einfach noch nicht sagen, ob es in Berlin zum Jahresbeginn eine Beitragssenkung geben wird", sagt Gabriele Rähse. Sie räumt zwar ein, dass die Allgemeinen Ortskrankenkassen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bundesweit einen Überschuss von 960 Millionen Euro erzielt haben. Dem stehe aber ein Schuldenberg von 806 Millionen Euro aus dem Jahr 2003 gegenüber.
Der müsse erst einmal abgebaut werden. Auch Detlef Natusch, Sprecher der Techniker Krankenkasse (TKK), bezeichnet die ausstehende Regelung zum Zahnersatz als Unwägbarkeit, die Aussagen zu Beitragssenkungen schwierig mache. Fest stehe aber, dass die TKK-Beiträge mit 13,7 Prozent seit drei Jahren stabil seien. Dabei werde es zumindest bleiben. Im ersten Halbjahr 2004 habe die TKK einen Überschuss von 95 Millionen Euro erwirtschaftet, das seien rund 17 Euro für jeden Versicherten, rechnet Natusch aus. Dem stünden aber 1550 Euro an Leistungsausgaben pro Kopf gegenüber.
(Quelle: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 21.09.2004)
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