Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz, dass zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft trat, hat sehr viele Neuerungen gebracht, deren Konsequenzen wahrscheinlich in einigen Jahren erst beurteilbar sind. Die eigentliche Zäsur werde das Jahr 2007 bringen, das heute schon als das Schaltjahr im Gesundheitswesen gesehen werde. In einer Fortbildungsveranstaltung will die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) dazu beitragen, mehr Klarheit und Sicherheit für die Erstellung und auch für die Bewertung von Qualitätsberichten zu finden.
Wirklich konkrete Rahmenbedingungen für Struktur und Inhalte der geforderten Qualitätsberichte benenne der Gesetzgeber jedoch bisher nicht. „Wir wissen eigentlich noch gar nicht, wie diese Berichte strukturiert sein sollen, welche Aussagefähigkeit sie haben werden. Insgesamt kann man heute noch nicht sagen, was sie eigentlich wert sind. Werden sie ein Qualitätsbericht in „Light“-Fassung oder wird wirklich echte Qualitätssubstanz aus diesen Berichten zu entnehmen sein?“, so Dr. Klaus Ottmann, Vizepräsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK).
Natürlich erstickten sowohl die Vertragsärzte, als auch die Krankenhäuser in Bürokratie. Aber Bürokratie ist in Ottmanns Sinne nur dann der richtige Begriff wenn diese Datensammlungen zu keinen vernünftigen Ergebnissen führten. Wenn Ärztinnen und Ärzte sich schon die Arbeit machen müssten, Qualitätsberichte zu erstellen, dann sollte mit ihnen auch was anzufangen sein. Ottmann glaubt, „dass dieser Qualitätsbericht, der eine Informationsquelle für die Patienten sein soll, durchaus ein nützliches Instrumentarium, eine Art Visitenkarte, für die Krankenhäuser werden wird.
Keine „Rosinen-Pickerei“
Der Gesundheitswissenschaftler Professor Max Geraedts von der Universität Düsseldorf übt in der Veranstaltung deutlich und begründet Kritik an der aktuellen politischen Forderung „Masse ist gleich Klasse in der Medizin“. So einfach könne man das nicht formulieren.
„Die Bedeutung von Qualitätsberichten muss gleichermaßen wahr und auch verständlich sein für Patientinnen und Patienten und aussagestark für Ärztinnen und Ärzte und Kassenvertreter“, betont der Qualitätsmanagement-Experte Professor Dr. Hans-Konrad Selbmann, Universität Tübingen. Sie dürften keine „Rosinen-Pickerei“ unterstützen. Wirklich wichtig sei die Risiko-Adjustierung beim Vergleich der Ergebnisse in der Patienten-Versorgung.
(Quelle: Landesärztekammer Bayern, 02.07.2004)
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