Die Praxisgebühr in Höhe von zehn Euro je Arztbesuch und Quartal sei eingeführt worden, „um eine Verhaltensänderung bei den Menschen zu erreichen“, sagte Schröder gegenüber der „Sächsischen Zeitung“ in der Ausgabe vom 26. Februar.
Jeder Deutsche sei bisher durchschnittlich achtmal pro Jahr zum Arzt gegangen. Die Schweden hingegen nur dreimal. „Mir kann niemand ernsthaft erzählen, dass die Schweden so viel gesünder sind als wir“, sagte der Kanzler.
In Deutschland sei das Verhalten eher eine Frage der Mentalität. „Nach dem Motto: Ist zwar nur ein Husten, aber ich gehe zum Arzt, zahlt ja alles die Krankenkasse“, sagte Schröder weiter. Diese Haltung könne sich Deutschland aber nicht mehr leisten, wenn weiterhin alles medizinisch Notwendige auf hohem Niveau für alle bereitgestellt werden solle. Deswegen müsse die Praxisgebühr bleiben.
Bei der Reform der sozialen Sicherungssysteme besteht Schröder zufolge weiterhin großer Handlungsbedarf. „Deswegen wird es auch keine Reformpause geben“, stellte der Bundeskanzler klar. Allerdings bestehe nicht mehr der Zeitdruck wie im vergangenen Jahr, als sehr viele Gesetze gleichzeitig beraten und vieles auf einmal beschlossen werden musste.
Langfristige Reformen, wie etwa die Finanzierung der Pflege, könnten deshalb sehr gründlich beraten werden und umfassend öffentlich diskutiert werden, so der Kanzler.
(Quelle: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 27.02.2004)
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