Turnusgemäß fand am 9. November 2003 die Kammerversammlung der Ärztekammer im Hörsaal des Kammergebäudes in der August-Bebel-Str. 9A statt. Von besonderem Interesse für die Delegierten und Gäste war ein Vortrag von Herrn Dr. Kopetsch (Kassenärztliche Bundesvereinigung) zum Ärztemangel im deutschen Gesundheitswesen, die Nachwahl eines Vizepräsidenten und eines Vorstandsmitgliedes, die Änderung der Berufsordnung und die Diskussion über die neue (Muster)-Weiterbildungsordnung.
Eine öffentliche Würdigung und Auszeichnung durch die Kammerversammlung hatten drei Arzthelferinnen (zwei anwesend) verdient, die ihre Prüfung mit der Note "sehr gut" abschließen konnten.
Nach den Grußworten von Herrn Ruhberg, Sozialministerium, und Herrn Dr. Otto, 2. Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung M-V, informierte Herr Dr. Crusius, Präsident
der Ärztekammer, in seinem Lagebericht über die Aktivitäten der Ärztekammer im letzten halben Jahr. Diskussionen gab es besonders zu dem im Zusammenhang mit den neuen Arbeitszeitmodellen geplanten fachübergreifenden Bereitschaftsdienst, der heftig kritisiert wurde.
Anhand der statistischen Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung konnte Herr Dr. Kopetsch einerseits durch die geringere Anzahl der Absolventen und andererseits durch die Erhöhung des Durchschnittsalters der Ärztinnen und Ärzte einen drohenden Ärztemangel besonders in den ostdeutschen Bundesländern (auch in Mecklenburg-Vorpommern) eindeutig nachweisen.
Aus persönlichen Gründen legte Herr PD Dr. Peter seine Ämter als Vizepräsident und Mitglied des Vorstandes nieder, damit war es notwendig, einen neuen Vizepräsidenten und ein neues Vorstandsmitglied aus der Kammerversammlung zu wählen. Die Delegierten schlugen das Vorstandsmitglied Dr. Schimanke als Kandidat für die Funktion des Vizepräsidenten vor. Für den Chirurgen aus dem Klinikum Südstadt Rostock votierten 50 der 57 anwesenden Kammerversammlungsmitglieder (vier Enthaltungen und drei Gegenstimmen). Als Kandidaten zur Nachwahl eines neuen Vorstandsmitgliedes wurden Frau Dr. Pinnow und Herr Dr. Streckenbach benannt. Mit 29 zu 25 Stimmen (drei Enthaltungen) fiel die Entscheidung zugunsten von Frau Dr. Pinnow , Chirurgin am Stift Bethlehem Ludwigslust, aus.
Im Rahmen des Tagesordnungspunktes Ärzteversorgung wurde der Geschäftsbericht des Jahres 2002 vorgestellt und eine Leistungsverbesserung beschlossen. Die Mitglieder
der Ärzteversorgung Mecklenburg-Vorpommern können sich zum 01.01. 2004 über eine Erhöhung der Rente um 1 % freuen. Der Finanzbericht des Jahres 2002 und der Haushaltsvoranschlag für das Jahr 2004 der Ärztekammer M-V wurden einstimmig bestätigt. Außerdem erfolgten geringfügige Änderungen in der Gebühren- und Beitragsordnung.
Die auf dem letzten Deutschen Ärztetag beschlossenen Änderungen der (Muster)-Berufsordnung wurden auch von den Delegierten der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern nach teils heftigen Diskussionen angenommen.
Ausgehend von dem aktuellen Stand der (Muster)-Weiterbildungsordnung wurde am Beispiel der Chirurgie die mögliche Umsetzung der vorgegebenen Kriterien der Bundesärztekammer geprüft. Dabei kam Herr Prof. Brinckmann (Krankenhaus Güstrow) zu dem Ergebnis, daß noch erheblicher Diskussionsbedarf besteht, denn sonst wären nur sehr wenige Krankenhäuser Mecklenburg-Vorpommerns ohne Kooperation in der Lage die vollständige Weiterbildung eines Assistenten abzudecken.
Auf Antrag von Herrn Dr. Thierfelder lehnte die Kammerversammlung die gesetzlich beschlossene Einführung einer Praxisgebühr im niedergelassenen Bereich, die die Würde des Arztes verletzt, einstimmig ab.
Abschließend wurden die Delegierten des 107. Deutschen Ärztetages (vom 18.-21.05.2004) gewählt und als Termin der nächsten Kammerversammlung der 1. Mai 2004 bekanntgegeben.
(Quelle: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 10.11.2003)
Für Ärzte gibt es weltweilt Jobangebote:
Hier finden Sie Aktuelle Stellenangbote für Ärzte...
Hier können Sie in wenigen, einfachen Schritten eine neue Stellenanzeige aufgeben:
Sie sind schon Kunde bei uns? Dann gelangen Sie hier zu Ihrem Kundenbereich, um ihre Anzeigen zu verwalten oder sich als Arzt zu registrieren.