Professor Schipanski zeichnet vorbildliches Engagement aus
Betriebe, Unternehmen und Initiativen, die sich für den Nichtraucherschutz engagieren, konnten seit Mai 2002 bei einem Wettbewerb des Initiativkreises für rauchfreie Arbeitsplätze (IKRA) mitmachen und ihre Projekte vorstellen. Heute, am 10. Februar 2003, wurden im Rahmen eines Festaktes im Abgeordnetenhaus in Berlin die Preisträger ausgezeichnet: Die Schirmherrin des Wettbewerbs, Frau Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, prämierte von insgesamt 48 Bewerbern fünf Betriebe. Außerdem erhielten zwei Initiativen einen Sonderpreis.
Rauchen ist eines der schwerwiegendsten Gesundheitsrisiken. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Folgen des Tabakkonsums ist allein in Deutschland immens: Die Experten der WHO ermittelten eine Summe von mindestens 17,5 Milliarden Euro. Aber auch das Passivrauchen wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als besonders krebserregend eingestuft. Bei Lungenkrebs, akuten und chronischen Herzerkrankungen, Schlaganfällen und Atemwegserkrankungen ist die ursächliche Beteiligung des Passivrauchens belegt: 400 Menschen sterben in Deutschland pro Jahr an Lungenkrebs als Folge des Passivrauchens.
Zumindest am Arbeitsplatz sollen Nichtraucher vor der gesundheitsschädigenden Nikotinbelastung geschützt sein. Die 2002 in Kraft getretene Arbeitsstätten-Verordnung gibt allen Unternehmen die rechtliche Grundlage zum Schutz der Nichtraucher. Für die Umsetzung dieser Schutzbestimmung möchte der Initiativkreis für rauchfreie Arbeitsplätze (IKRA) im Arbeitsalltag gut umsetzbare Initiativen anregen. Deshalb wurde im Mai 2002 erstmalig ein Wettbewerb für Betriebe mit vorbildlichen Nichtraucherschutz-Programmen ausgeschrieben und die besten Ideen ausgewählt.
"Die Zahlen und Prognosen zum Thema Rauchen sind erschreckend", sagte die Schirmherrin des Wettbewerbs, Frau Professor Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. "Rund 140.000 Menschen sterben hierzulande jährlich an den Auswirkungen des Tabakkonsums - das sind 380 Personen pro Tag. Daher habe ich gern die Schirmherrschaft über den Wettbewerb zum Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz übernommen und möchte damit auch die im Initiativkreis IKRA zusammen geschlossenen Institutionen unterstützen."
Gestaffelt nach der Betriebsgröße wurden fünf Betriebe ausgezeichnet sowie zwei Sonderpreise verliehen. Alle prämierten Unternehmen haben Programme entwickelt, die auf ihre spezielle Arbeitswelt zugeschnitten sind. Es gibt eine Vielzahl von Ideen für den Nichtraucherschutz, oft verbunden mit Angeboten zur Raucherentwöhnung. So wird beispielsweise der Nichtraucherschutz als Teil des betrieblichen Qualitätsmanagements festgeschrieben oder die Kosten für Tabakentwöhnungskurse werden übernommen. Ein Preisträger hat die fest eingefahrenen Rituale der Zigarettenpausen zu weitaus gesünderen "Apfelpausen" umgewandelt. Alle Preisträger arbeiten bei ihrer Personalpolitik, beispielsweise bei Einstellungsgesprächen, konsequent an der Durchsetzung des Nichtraucherschutzes.
Die Preisträger sind: Busreisen Homann aus Frankfurt / Oder, die Steuerberatungsgesellschaft Abraham & Löhr aus Berlin, das Laserline Digitale Druckzentrum aus Berlin, die HIPP-Werke in Pfaffenhofen, SIEMENS Information and Communication Mobile in Bocholt, die Arbeitsinitiative Hohenlohekreis und die Studierendeninitiative "HWP rauchfrei" / Wintersemester 2002/03.
Mitglieder im IKRA sind: der BKK Bundesverband, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, der Bundesverband der Unfallkassen, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, die IG Metall, der Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte und die Bundesvereinigung für Gesundheit.
(Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V., 10.02.2003)
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