Osteoporose zählt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den zehn häufigsten Volkskrankheiten. Allein in Deutschland sind sechs bis acht Millionen Menschen davon betroffen. "Patienten mit Osteoporose haben poröse, instabile Knochen, leiden häufig an Knochen- und Rückenschmerzen und ziehen sich leicht Brüche zu", so Dr. H. Hellmut Koch, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) anlässlich des Patientenforums "Volkskrankheit Osteoporose – Heilung ist möglich, Vorsorge besser" am 18. April in München, zu dem die BLÄK Interessierte und Patientinnen und Patienten eingeladen hatte.
Häufig werde die Krankheit erst mit Eintreten des ersten Knochenbruchs diagnostiziert. Somit sei die Osteoporose in Deutschland immer noch eine "unterdiagnostizierte" Volkskrankheit. In der Mehrzahl erkrankten Frauen an Osteoporose. Die Knochendichte von Frauen verringere sich deutlich schneller als die von Männern. Ungeachtet dessen darf man nicht übersehen, dass ein Drittel der Erkrankten Männer sind. Der genetisch bedingte Alterungsprozess der Knochen führe zu einem Abbau der Knochensubstanz. Dies liege vor allem daran, dass bei Frauen in der Menopause der Östrogenspiegel stark abfällt. Dieser Östrogenmangel führe dann zu einem gesteigerten Abbau der Knochenmasse.
Der Ärztechef warnte davor, Osteoporose einfach als Krankheit alter Frauen abzustempeln und hinzunehmen. "Wenn Osteoporose früh erkannt wird, und nur dann, kann sie heutzutage geheilt werden. Besser jedoch, man lässt es erst gar nicht dazu kommen", sagte Koch. Was kann ich selber tun? Ist eine Knochendichtemessung sinnvoll? Hormontherapie ja oder nein? Solche und weitere Fragen wurden beim Patientenforum der BLÄK mit Experten und Patientinnen und Patienten erörtert. "Jeder sollte auf seine Knochengesundheit achten", sagte Koch abschließend. Neben Erbfaktoren oder einem hormonellen Mangel sind Calciummangel, falsche Ernährung, fehlende Bewegug und Alkoholmissbrauch weitere Risikofaktoren.
(Quelle: Landesärztekammer Bayern, 19.04.2002)
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