Deutsche Krebshilfe unterstützt Programm "Just be smokefree"
Kinder und Jugendliche sind "cool" ohne Qualm. Leider hat sich das noch nicht überall herumgesprochen: Fast jeder dritte Jugendliche greift regelmäßig zur Zigarette � mit steigender Tendenz. Um das zu ändern, hat das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel das Programm "Just be smokefree" entwickelt. Von April bis Dezember 2002 soll Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der Raucher-Entwöhnung geholfen werden. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt dabei ideell und mit rund 26.000 Euro.
Lange Zeit wurde das Suchtpotential des Tabakkonsums unterschätzt. Heute gilt frühes und regelmäßiges Rauchen als deutlicher Indikator für eine spätere Suchtentwicklung, auch von illegalen Drogen. Etwa ein Viertel der 12- bis 13-Jährigen weisen bereits nach den ersten vier Wochen Zigarettenkonsums erste Abhängigkeitssymptome auf. Mit dem neuen Programm "Just be smokefree" sollen Jugendliche und Kinder ermutigt werden, mit dem Rauchen aufzuhören. Gefördert wird dieses Programm von der Europäischen Kommission im Rahmen des Aktionsplanes "Europa gegen den Krebs" und von der Deutschen Krebshilfe. Das kostenlose Programm "Just be smokefree" richtet sich speziell an rauchende Jugendliche und junge Erwachsene. Ziel ist es, die jungen Menschen bei der Raucher-Entwöhnung zu unterstützen. Jene, die noch nicht mit dem Rauchen aufhören möchten, sollen motiviert werden, sich mit ihren Rauchgewohnheiten auseinander zu setzen. Zwischenziel ist hier die Reduktion des Konsums. Die Jugendlichen werden als Individuum und in der Gruppe, zum Beispiel in der Schulklasse, angesprochen. Unterstützend stehen ihnen dabei "Paten" zu Seite, wie Lehrer, Freunde, Eltern und Ärzte. Mit einem Selbsthilfemanual und den darin enthaltenen Informationen, Tipps und Hilfen können die Raucher ihren Abhängigkeitsgrad überprüfen und Alternativen für das Rauchen finden. Die Teilnehmer beteiligen sich über eine Zeitspanne von neun Monaten am Programm. Zwischen April und Dezember 2002 werden dreimal 1.000 Euro unter den Teilnehmern und Gruppen ausgelobt. Allen Teilnehmern steht eine Telefon-Helpline (0431/ 570 29-30 und -60) zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es im Internet unter "www.justbesmokefree.de". Hier und unter der Anschrift: "IFT-Nord, Just be smokefree, Düsternbrokker Weg 2, 24105 Kiel" sind auch die speziellem Anmeldeflyer zur Teilnahme bei "Just be smokefree" erhältlich.
Trotz unzähliger nationaler und internationaler Kampagnen gegen das Rauchen greift heute fast jeder dritte Jugendliche regelmäßig zur Zigarette. Und das trotz allgemein bekannter Risiken: Lungenkrebs und chronische Atemwegserkrankungen, aber auch Herz-Kreislauf-Krankheiten, Blasen-, Nieren- und Kehlkopfkrebs. Dennoch lassen sich viele durch Gruppendruck, dem Wunsch nach "Coolness" und angeblicher Freiheit zum Rauchen verleiten.
Die Deutsche Krebshilfe will Jugendliche möglichst früh aufklären und informieren. Aus diesem Grund unterstützt die Organisation das neue Programm "Just be smokefree". Denn besser als teure Krebstherapien, die für alle Beteiligten eine schwere körperliche und psychische Belastung sind, ist es, die Ursachen der Krankheit zu vermeiden. Die Deutsche Krebshilfe ruft alle Jugendliche, Eltern, Lehrer und Ärzte auf, das Programm "Just be smokefree" nach Kräften zu unterstützen. Kinder und Jugendlichen soll geholfen werden, "no" zu sagen und den Verlockungen zu widerstehen.
Infokasten: Rauchen und Krebs
Das Inhalieren von Tabakrauch ist verantwortlich für eine Vielzahl von Erkrankungen, Lungenkrebs und chronische Atemwegserkrankungen, aber auch Herz-Kreislauf-Krankheiten, Blasen-, Nieren- und Kehlkopfkrebs.
In Deutschland rauchen 17,8 Millionen Menschen zwischen 18 und 59 Jahren. Jedes Jahr sterben rund 30.000 Männer und 10.000 Frauen an Lungenkrebs - Hauptursache: Rauchen. Außerdem erkranken in Deutschland jährlich mehr als 10.000 Personen an Krebs der Mundhöhle und des Rachens - Hauptursache ebenfalls Rauchen. Ingesamt sterben jährlich 100.000 Menschen in Deutschland an den Auswirkungen des Tabakkonsums - das sind 300 Personen pro Tag. Raucher erkranken bis zu sechs mal häufiger an Krebs als Nichtraucher, wobei die Kombination von Alkoholkonsum und Rauchen krankheitsverstärkend wirkt.
Der Tabakkonsum ist bei den Heranwachsenden zwischen 13 und 15 Jahren seit 1994 um etwa fünf Prozent gestiegen. Etwa jeder dritte Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren raucht regelmäßig.
(Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V., 15.04.2002)
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