Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. H. Hellmut Koch, sprach sich im Vorfeld des 52. Nürnberger Fortbildungskongresses, der vom 6. bis 9. Dezember in der Frankenmetropole stattfindet, gegen eine übereilte Einführung der neuen diagnosebezogenen Pauschalen im Krankenhaus, der "Diagnosis Related Groups" (DRGs) aus. In der gegenwärtigen Situation der Krankenhäuser müsse deutlich werden, dass die geplante Einführung der DRGs ab Januar 2004 zu einer weiteren Industrialisierung der Patientenversorgung führen werde.
"Ich bin gegen eine weitere Ökonomisierung der Medizin, die die Ärztinnen und Ärzte zusätzlich belastet und die Patientenversorgung, sowohl im Krankenhaus als auch ambulant, verschlechtert", so Koch. Der Kammerchef lehnte zwar das Fallpauschalensystem nicht rundherum ab, kritisierte jedoch den auferlegten Zeitdruck und vor allem die Tatsache, dass die DRGs in ihrer geplanten Form in Deutschland als Abrechnungsinstrument missbraucht würden und zudem erlös- und nicht bedarfsorientiert vergütet werde. Hierin liege der eigentliche Systemfehler. "Wer immer noch glaubt, dass die DRGs sich nur im Krankenhaus auswirken, der irrt gewaltig", sagte Koch. Die DRGs stellten die Patientenversorgung gerade auch im ambulanten Bereich geradezu auf den Kopf.
Auch würden der bestehende Ärztemangel und die Arbeitsüberlastung von Ärztinnen und Ärzten gar nicht berücksichtigt. Zudem werde das wirtschaftliche Überleben der Kliniken entscheidend von Kosten- und Leistungseinschränkungen abhängig gemacht. Es bestehe die Gefahr, dass Patientinnen und Patienten vorzeitig entlassen würden und der ambulante Sektor aus Budgetgründen keinerlei adäquate Versorgungsstrukturen für diese Patienten bieten könne.
Koch verlangte von den Parlamentariern des Bundestages eine Entzerrung des Einführungsfahrplans und ein Überdenken der DRGs in ihrer jetzigen Form.
(Quelle: Landesärztekammer Bayern, 04.12.2001)
Für Ärzte gibt es weltweilt Jobangebote:
Hier finden Sie Aktuelle Stellenangbote für Ärzte...
Hier können Sie in wenigen, einfachen Schritten eine neue Stellenanzeige aufgeben:
Sie sind schon Kunde bei uns? Dann gelangen Sie hier zu Ihrem Kundenbereich, um ihre Anzeigen zu verwalten oder sich als Arzt zu registrieren.