Durch das zu knapp bemessene Budget werden vor allem in der medizinischen sowie medikamentösen Therapie Defizite in der Patientenversorgung deutlich; so beispielsweise bei der Volkskrankheit Diabetes mellitus.
„Wir haben in den letzten Jahren neue pathophysiologische Erkenntnisse in der Entstehung des Diabetes mellitus Typ II. Wir wissen deshalb, dass die bisherigen oralen Medikamente, wie etwa Sulfonylharnstoffe der 2. Generation, eine nicht optimale Therapie darstellen", sagte der Bayerische Ärztekammerpräsident Dr. H.Helmut Koch am gestrigen Tag der Heilberufe in München. Geänderte Therapieregime mit neuen Substanzen, wie z.B. Sulfonylharnstoffe der 3. Generation, Gliniden oder Thiazolindionen, sind inzwischen deshalb allgemein anerkannt und werden in Fortbildungsveranstaltungen, Kursen und Qualitätszirkeln vermittelt.
Trotzdem kommen diese Therapieregime, die die Erkrankung Diabetes mellitus Typ II auch von der Ursache her bekämpfen, nur zögerlich zum Einsatz, da die neuen Medikamente deutlich teurer sind als die bisherigen und im gedeckelten Budget nicht unterzubringen sind. Dies gilt sowohl für den ambulanten Bereich, ohne Unterschied für Allgemeinarzt und Facharzt, ohne Unterschied für Hausarzt und Diabetologische Schwerpunktpraxis, als auch für den stationären Bereich, wo ebenfalls enge Budgets für Medikamente bestehen. Leitlinien für den Diabetes mellitus Typ II können so nicht eingehalten werden, was die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in große Konflikte stürzt und auch das Arzt-Patienten-Verhältnis erheblich belastet.
(Quelle: Landesärztekammer Bayern, 25.10.2000)
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