Max-Eder-Programm soll junge Onkologen unterstützen
Bonn - Der Vorstand der Deutschen Krebshilfe hat ein Förderprogramm für wissenschaftliche Nachwuchsgruppen in der Krebsmedizin aufgelegt. Dieses Programm trägt den Namen eines der Pioniere der Organisation, Professor Dr. Max Eder, der 1998 verstorben ist. Bewerben können sich ab sofort junge Onkologen, die kurz vor dem Abschluss ihrer Postdoktoranden-Ausbildung stehen. Geeignete Bewerber bekommen bis zu 300.000 Mark pro Jahr für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Das Max-Eder-Programm ist Teil eines neuen, umfassenden Konzeptes zur Einrichtung und Förderung interdisziplinärer Forschungsvorhaben durch die Deutsche Krebshilfe.
Mit dem Max-Eder-Nachwuchsgruppen-Programm will die Deutsche Krebshilfe einen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der klinischen beziehungsweise kliniknahen Onkologie leisten. Hochqualifizierte Nachwuchs-Wissenschaftler/innen sollen während der kritischen Phase ihrer Rückkehr aus dem Ausland (Postdoktoranden-Ausbildung) in ein klinisches Umfeld bei der Einrichtung einer eigenständigen Arbeitsgruppe unterstützt werden. Interessierte Antragsteller können eine drei- bis fünfjährige Förderung für eine Nachwuchsgruppe an einer onkologisch ausgewiesenen klinischen Einrichtung erhalten. Von der aufnehmenden Institution soll eine angemessene Grundausstattung bereitgestellt und dem Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit zur Habilitation eingeräumt werden.
Professor Dr. Robert Fischer, Vorsitzender des Medizinischen Beirates und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe, erläutert: "Oft hören wir von jungen Wissenschaftler, dass sie voller Tatendrang beispielsweise aus Amerika zurück kamen, dann jedoch in ihrem Elan gebremst wurden. Entweder es fehlen die notwendigen Ressourcen an der deutschen Klinik, oder die Mediziner sind so sehr mit der Krankenversorgung ausgelastet, dass keine Zeit zum Forschen bleibt. Doch das neu erworbene Wissen, dass die jungen Forscher mitbringen, bietet große Chancen, die es zu nutzen gilt."
Die Antragstellung bei der Deutschen Krebshilfe kann formlos erfolgen. Alle eingehenden Anträge werden sorgfältig von den Gremien der Organisation geprüft. Diejenigen Wissenschaftler, die eine Förderung erhalten, werden von sachkompetenten Mitgliedern des Medizinischen Beirates der Deutschen Krebshilfe betreut und begleitet.
Weitere neue Förderinstrumente der Deutschen Krebshilfe sind
- nationale Verbundprojekte, die sich einem Schwerpunktgebiet der klinischen Onkologie widmen sollen,
- lokale klinisch-onkologische Forschergruppen, die vor Ort interdisziplinär ein aktuelles Forschungsthema aus der Onkologie bearbeiten, sowie
- überregionale Kompetenz-Netzwerke wissenschaftlicher Arbeitsgruppen, die bis zu fünf Gruppen umfassen können.
Die Deutsche Krebshilfe setzt mit diesen Förderkonzepten neue Schwerpunkte und dokumentiert damit ihre innovative Kraft im Bereich der Förderung der kliniknahen onkologischen Forschung. Seit 1974 wurden insgesamt 1.800 Projekte allein mit Spendengeldern der engagierten Öffentlichkeit unterstützt. Ziel der Deutschen Krebshilfe ist es, die Krebskrankheiten in all ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen, krebskranken Menschen unmittelbar zu helfen und die Bevölkerung aufzuklären und zu informieren.
(Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V., 05.10.2000)
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